Miss Magnetiq. Eine neue Superheldin ist geboren …

Sep­tem­ber 2014
Linz

Die Welt braucht neue Hel­den. Hel­din­nen. Super­hel­din­nen. Linz auch …

Bei den bekann­ten Super­hel­din­nen der Geschich­te wie Won­der Woman, She-Ra, Cat­wo­man, Elek­tra oder Fan­to­mah sind die eigent­li­chen Super­kräf­te meist zweit­ran­gig. Sie sind zumeist ste­reo­ty­pisch allein auf ihre phy­si­sche Anzie­hungs­kraft redu­ziert – femi­nin statt femi­nis­tisch. Ganz anders bei MISS MAGNETIQ: Nicht nur, dass sie als beken­nen­de Dekon­struk­tivs­tin und Post­struk­tu­ra­lis­tin mit ihrem Schlacht­ruf “Gen­der Trou­ble!” per­ma­nent an ihrem eige­nen Degen­de­ring arbei­tet, kann sie als eman­zi­pier­te Super­hel­din auch ihre Anzie­hungs­kraft selbst steu­ern und ziel­ge­rich­tet ein­set­zen, posi­tiv oder nega­tiv, anzie­hend oder absto­ßend, zum eige­nen oder frem­den Vor­teil.

Die stets gela­de­ne MISS MAGNETIQ befreit mit­hil­fe von trans­kar­ni­el­ler Magnet­sti­mu­la­ti­on und ihrer treu­en Gehilf_innen Nickel, Kobalt und Man­gan die Stahl­stadt Linz und die gan­ze Welt von schäd­li­chen Schwin­gun­gen. Sie ist dabei so viel­fäl­tig und wider­sprüch­lich wie es einer post­mo­der­nen Iden­ti­tät ein­ge­schrie­ben ist: posi­tiv und nega­tiv in einem Atem­zug, hyper­pho­bisch, iro­nisch, tier­lieb, chao­tisch, aggro und sen­si­bel zugleich, magne­ti­sie­rend und all­zeit bereit, Din­ge nicht nur anzu­zie­hen son­dern auch abzu­sto­ßen. Eine Super­hel­din, so zer­ris­sen wie die Stadt aus der sie kommt, schwan­kend zwi­schen Indus­trie und Kul­tur, zwi­schen dies­seits und jen­seits (der Donau), zwi­schen Haupt­platz und Arsch der Welt, zwi­schen rot und schwarz und grün und blau und oran­ge und dun­kel­rot und pink und dem gesam­ten Regen­bo­gen.

Mit MISS MAGNETIQ erforscht qujOchÖ das phy­si­ka­li­sche Phä­no­men des Magne­tis­mus sowohl theo­re­tisch als auch prak­tisch in eigens dafür kon­zi­pier­ten Ver­suchs­an­ord­nun­gen und in der frei­en Umlauf­bahn. Der Ein­fluss von Magnet­fel­dern auf Kühe, die absto­ßen­de Kraft der Lin­zer Stadt­wa­che, die töd­li­che Gefahr von Kil­ler­ma­gne­ten, eso­te­ri­sche Wun­der rund um den Bau einer Free-Ener­gy-Maschi­ne, ein magne­ti­scher Hügel am Pöst­ling­berg mit berg­auf­wärts fah­ren­den Autos, Magne­t­im­plan­ta­te für iPod-Hal­te­run­gen, Lenz‘sche Kup­fer­roh­re in der voe­st­al­pi­ne als Schwe­be­bah­nen oder über­di­men­sio­na­le Magne­tic-Put­ty-Mons­ter – all dies wird auf­ge­spürt und unter­sucht. Im Zuge einer künst­le­ri­schen Expe­ri­men­tal-Rei­he, die sich über meh­re­re Mona­te hin­weg zie­hen wird, wer­den die ein­zel­nen Schrit­te von MISS MAGNETIQ auf Band fest­ge­hal­ten und in den Max­well­schen Äther abge­strahlt.

Einer sorg­fäl­ti­gen Vor­be­rei­tung fol­gen ab Herbst 2014 ver­schie­dens­te per­for­ma­ti­ve Ver­suchs­an­ord­nun­gen in Form von magne­ti­schen Inter­ven­tio­nen. In ein­zel­nen Epi­so­den im Abstand von jeweils weni­gen Wochen wird die Geschich­te von MISS MAGNETIQ, Nickel, Kobalt und Man­gan und ihren wahn­wit­zi­gen Expe­ri­men­ten mit magne­ti­schen Phä­no­me­nen erzählt.

(Fotos: Micha­el Wirt­hig, Sun Li Lian Obwe­geser)

Spe­cial thanks to supermagnete.at