Heimatkampf: Oberösterreich fordert Kärnten – Kärnten fördert Oberösterreich

Brief­wech­sel mit und För­der­an­su­chen an Amt der Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung, Initia­ti­ve “Kind und Volks­kul­tur”, Bun­des­kanz­ler­amt II/6 “Bila­te­ra­le und mul­ti­la­te­ra­le kul­tu­rel­le Aus­lands­an­ge­le­gen­hei­ten” und Jörg Hai­der als Prä­si­den­ten des Kärnt­ner Hei­mat­werks

März 2003

Mit Begeis­te­rung haben wir, ein jun­ger, inno­va­ti­ver und dyna­mi­scher Kul­tur­ver­ein aus dem Nor­den unse­res wun­der­schö­nen Hei­mat­lan­des Öster­reich die Kärnt­ner Initia­ti­ve rund um das The­ma “Kind und Volks­kul­tur” auf­ge­nom­men. Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, nur der frü­he Vogel den Wurm fängt und unser dies­jäh­ri­ges Ver­eins­the­ma “Gleich und gleich gesellt sich gern!” lau­tet, dach­ten wir sofort an die Mög­lich­keit einer Koope­ra­ti­on – so von Initia­ti­ve zu Initia­ti­ve.

In der Pres­se­aus­sen­dung des Lan­des­pres­se­diens­tes Kärn­ten vom 26. 2. 2003 wird u. a. erwähnt, dass die Lan­des­kul­tur­ab­tei­lung “in allen Berei­chen der Volks­kul­tur, vom Tan­zen über das Sin­gen, Volks­kunst, Schau­spiel bis zum Brauch­tum, dazu bei­tra­gen [will], Kin­dern und Jugend­li­chen durch Gemein­schaf­ten einen engen Bezug zur Hei­mat zu geben.” (http://www.ktn.gv.at/cgi-bin/redaktion/homepage.cgi?newsid1046260029,3674,)  Hei­mat, welch schö­nes Wort, ein Wert an sich! Wie sagt ein altes Sprich­wort so schön: “Nor­den, Süden, Osten, Wes­ten, zu Hau­se ist es doch am bes­ten.” Nicht umsonst wird das Wort Hei­mat ja auch in viel­fäl­tigs­ter und durch­weg posi­ti­ver Wei­se ein­ge­setzt – man den­ke nur an die ADEG-Wer­bung, die jedes Kind, nicht nur in Kärn­ten, kennt. Wohl auch aus die­sem Grun­de hat der Lei­ter des Kärnt­ner Hei­mat­werks, Wolf­gang Lat­ta­cher, dem Herrn Lan­des­haupt­mann und Prä­si­den­ten des Kärnt­ner Hei­mat­werks einen Hahn über­reicht, weil: “Es wird doch Tag, auch wenn der Hahn nicht kräht.” Sie ver­ste­hen?

Nun, bevor wir uns in den unend­li­chen Wei­ten der öster­rei­chi­schen Sprich­wör­ter-Kul­tur ver­zet­teln, möch­ten wir auf den Punkt kom­men. Da die Ober­ös­ter­rei­che­rin­nen und Ober­ös­ter­rei­cher noch viel hei­mat­ver­bun­de­ner sind als die Kärnt­ne­rin­nen und Kärnt­ner es jemals sein wer­den – als Beleg dafür sei nur auf die ober­ös­ter­rei­chi­sche Lan­des­hym­ne ver­wie­sen, die im Titel “Hoam­at­land, Hoam­at­land!” dop­pelt so oft das Wort Hei­mat (noch dazu in Mund­art!) beinhal­tet wie die Kärnt­ner Lan­des­hym­ne “Des Kärnt­ners Hei­mat­lied” und bei der dar­über hin­aus in nur drei Stro­phen fünf Mal das Wort Hei­mat vor­kommt, wohin­ge­gen dies bei der Kärnt­ner Lan­des­hym­ne gan­ze fünf Stro­phen dau­ert – wür­den wir die Kärnt­ne­rin­nen und Kärnt­ner zu einem klei­nen Wett­be­werb ein­la­den. Wir, also die Ober­ös­ter­rei­che­rin­nen und Ober­ös­ter­rei­cher, wür­den uns ger­ne mit den Kärnt­ne­rin­nen und Kärnt­nern irgend­wo in der Mit­te tref­fen, vor­zugs­wei­se in der Stei­er­mark, um unse­re volks­tüm­li­chen Kräf­te im Kampf mit Ihnen zu mes­sen und ihnen zu zei­gen, wo der Bar­tel den Most her­holt. Die Wahl der Waf­fen bleibt jedem selbst über­las­sen, ein­zi­ge Bedin­gung sei, dass sie der Tra­di­ti­on des Lan­des ver­pflich­tet sein müs­sen. Für uns Ober­ös­ter­rei­che­rin­nen und Ober­ös­ter­rei­cher wür­de dies bedeu­ten, dass wir uns zum Bei­spiel mit unse­ren Dresch­fle­geln aufs Schlacht­feld bege­ben wür­den, die Kärnt­ne­rin­nen und Kärnt­ner könn­ten hin­ge­gen bei­spiels­wei­se mit Ihren Popu­lis­mus­keu­len antan­zen. Kin­der dür­fen selbst­ver­ständ­lich an den Kampf­hand­lun­gen teil­neh­men – dafür sind sol­che Initia­ti­ven ja gedacht.

Soll­te es den Kärnt­ne­rin­nen und Kärnt­nern nicht mög­lich sein, Ihr Volk ent­spre­chend zu mobi­li­sie­ren, sind wir unter Umstän­den auch gewillt, unse­ren omni­prä­sen­ten Lan­des­haupt­mann gegen den ihri­gen kämp­fen zu las­sen – obwohl unse­rer klei­ner und nicht so fesch ist wie die­ser. Für den Kampf­ab­lauf wür­den wir dann vor­schla­gen, dass bei­de ver­su­chen, in mög­lichst gefin­kel­ter und win­ke­li­ger Art und Wei­se, dem jeweils Ande­ren die Schuld für die Ver­feh­lun­gen der bun­des­wei­ten Poli­tik der letz­ten Jah­re in die Schu­he zu schie­ben. Solan­ge, bis es einen der bei­den vor Bit­zeln in der Luft zer­reißt.

(Fotos: qujOchÖ)