PIXELPORNO 0.2 – another short journey through computer*sex*games & science & art: Lecture & Talk II

Fr, 27. Februar 2015, 19:00
quitch, Untere Donaulände 10, Linz

Lecture & Talk II:
Sexualisierte Tropen: virtuelle Diskrepanzen von Boobies
Rebecca Husemann (herzteile.org)

Um 18:00 Uhr findet ein Lesekreis zur Vorbereitung auf den Vortrag statt.

Samantha Fox Strip Poker, Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards, Sex Games, BMX XXX, GTA Hot Coffee Mod, Tomb Raider Nude Patches, Bone Craft. Seit längerer Zeit arbeitet sich qujOchÖ reflexiv an dem Thema erotischer, sexueller und pornografischer Darstellungen in Computerspielen ab. Im Oktober 2013 wurde dazu im ehemaligen Puppenmuseum unter dem Titel “PIXELPORNO 0.1 – a short journey through the history of computer*sex*games” eine Low-Budget-Ausstellung gezeigt. Sie bot einen Streifzug durch die Geschichte derartiger Computerspiele zwischen 1980 und 2013, ergänzt um medien- und gendertheoretische Versatzstücke.

Nun wird die nächste Ausbaustufe gezündet: in PIXELPORNO 0.2 geht es um eine intensivere Behandlung der Schnittstellen zur Wissenschaft und zur Kunst. Neben Lesekreisen und Lectures wird dazu am 27. März eine Ausstellung mit Arbeiten von internationalen Künstler*innen, die sich in den letzten Jahren mit dem Thema beschäftigt haben, eröffnet.

In einer zweiten Lecture spricht Rebecca Husemann über virtuelle Diskrepanzen von Boobies. Die Fixierung auf Brüste und eine übertrieben erotische Darstellung ist oft ein Anzeichen für Objektifizierung in Videospielen – daher ist sie für viele Gestalter ein Vergnügen, das ihnen Gewissensbisse beschert. In diesem Talk setzt sich Husemann damit auseinander, warum selbst für Übersexualisierung sensibilisierte Game-Designer*innen oft zu diesem Stilmittel greifen. Wo beginnt Selbstzensur und wann kommt unsere moralische Verantwortung stärker zum Tragen als persönliche Präferenzen? Wie lässt sich erklären, dass wir so oft unabhängig vom eigenen Geschlecht und sozialem Hintergrund wieder zu dieser Darstellungsform zurückkehren? Welche Rolle spielt dabei unsere eigene Videospielrezeption? Ein Lösungsansatz aus der Sicht einer Gestalterin.

Rebecca Husemann studiert an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig Kommunikations- und Industriedesign mit Schwerpunkt Spieldesign und bloggt regelmäßig auf dem Spieleblog “herzteile“.

(Fotos: qujOchÖ)