PIXELPORNO 0.2 – another short journey through computer*sex*games & science & art: Lecture & Talk I

Freitag, 30. Jänner 2015, 19:00 Uhr
quitch, Untere Donaulände 10, Linz

Lecture & Talk I:
Digitale Pornografie: visuelle Politiken und affektive Materialitäten
Doris Allhutter (Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften)

Um 18:00 Uhr findet ein Lesekreis zur Vorbereitung auf den Vortrag statt.

Samantha Fox Strip Poker, Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards, Sex Games, BMX XXX, GTA Hot Coffee Mod, Tomb Raider Nude Patches, Bone Craft. Seit längerer Zeit arbeitet sich qujOchÖ reflexiv an dem Thema erotischer, sexueller und pornografischer Darstellungen in Computerspielen ab. Im Oktober 2013 wurde dazu im ehemaligen Puppenmuseum unter dem Titel “PIXELPORNO 0.1 – a short journey through the history of computer*sex*games” eine Low-Budget-Ausstellung gezeigt. Sie bot einen Streifzug durch die Geschichte derartiger Computerspiele zwischen 1980 und 2013, ergänzt um medien- und gendertheoretische Versatzstücke.

Nun wird die nächste Ausbaustufe gezündet: in PIXELPORNO 0.2 geht es um eine intensivere Behandlung der Schnittstellen zur Wissenschaft und zur Kunst. Neben Lesekreisen und Lectures wird dazu am 27. März eine Ausstellung mit Arbeiten von internationalen Künstler*innen, die sich in den letzten Jahren mit dem Thema beschäftigt haben, eröffnet.

In einer ersten Lecture spricht Doris Allhutter über visuelle Politiken und affektive Materialitäten. Im Design von computergenerierter Pornografie werden pornografische Genrekonventionen imitiert und an kulturellen Imaginationen über Sexualität und Geschlechtlichkeit angeknüpft. 3D-Animationen und interaktive Sexsimulatoren sind in ein Konzept von User Experience eingeschrieben, das den Körper symbolisch wie auch sensorisch in diese affektiven Bildpolitiken verwickeln will.

Dabei wird deutlich, auf welche Weise Affekte und Emotionen transindividuell und geschichtlich gewachsen sind. Zugleich zeigt die materiell-diskursive Involviertheit in pornografische Phantasmen, wie über Affekte und Emotionen Differenz und Ungleichheit wirksam werden.

Doris Allhutter ist Mitarbeiterin am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und u. a. Autorin von Dispositive digitaler Pornografie, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2009.

(Fotos: qujOchÖ)