MYTHOS VON THEUTH

MYTHOS VON THEUTH ist eine spielerisch-performative Umsetzung einer intensiven Auseinandersetzung mit Kultur- und Medientheorien der letzten Jahrhunderte. Ausgangspunkt ist dabei Platons Schriftkritik aus dem Phaidros, die als eine der ersten medientheoretischen Reflexion betrachtet werden kann.

In den Dialogen zwischen Sokrates und Phaidros führt Platon einen Mythos ein, der von der Erschaffung der Schrift durch den ägyptischen Gott Theuth handelt und auf die Schwäche des durch die Schrift überlieferten “toten Wissens” verweist. qujOchÖ entwickelt mit diesem interdisziplinären Projekt an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Spiel eine ludologische Reflexion zu Theorien von Platon über Friedrich Nietzsche bis hin zu Marshall McLuhan, Laura Mulvey, Paul Virilio und Sherry Turkle.

Theuth war übrigens nicht nur der Gott der Buchstaben, der Zahl und Rechnung, der Messkunst und der Sternenkunde, sondern auch des Brett- und Würfelspiels. Folgerichtig entwickelt qujOchÖ mit MYTHOS VON THEUTH ein Spiel, das die engen Grenzen eines Spielfeldes aufbricht, um “Medienkanäle” nach außen zu nutzen und in das Spielgeschehen miteinzubinden. Anders gesagt ist MYTHOS VON THEUTH eine besondere Form eines Brettspiels, das Spielfeld jedoch mannigfaltig erweitert durch die Nutzung zahlreicher anderer Medien wie Zeitungen, Fotoapparate, Smartphones, Briefe, Massagen oder Schnäpse.

Das Spiel umfasst zehn verschiedene Stationen und zahlreiche Easter Eggs, die mit bestimmten Medientheorien und Medientheoretiker*innen in Verbindung stehen. Bei der Gestaltung liegt ein besonderer Wert auf einfacher Reproduzierbarkeit, da MYTHOS VON THEUTH im Sinne eines offenen Ansatzes frei verfügbar zum Nachbauen online gestellt wird (derzeit auf Anfrage im Adobe-Indesign- und pdf-Format über Dropbox, in Kürze hier zum direkten Download).

Mit Unterstützung der Austria Wirtschaftsservice GmbH aws (Kreativwirtschaftsscheck).